Schüler Ingenieurs Akademie
ZELTWANGER macht Schüler fit für den Ingenieursberuf

Schüler Ingenieurs Akademie bei ZELTWANGER
Schüler Ingenieurs Akademie bei ZELTWANGER
Schüler Ingenieurs Akademie bei ZELTWANGER

Ingenieure von Morgen 

Müsli- und Schokoriegel, Nüsse und weitere Naschereien – so ein Snackautomat macht sich in der Schulmensa ziemlich gut. Vor allem wenn er von den Schülern selbst gebaut wurde. Am Mössinger Firstwald Gymnasium wird derzeit genau daran gearbeitet: Seit diesem Schuljahr ist ZELTWANGER offizieller Bildungspartner des Firstwald Gymnasiums in Mössingen/Kusterdingen und konstruiert und baut gemeinsam mit zehn Schülern einen Süßwarenautomaten.  „Wir wollen die Hürde zwischen Schule und Berufswelt senken und die Begeisterung für technische Berufe wecken“, sagt Personalreferentin Anja Gottschalk zu den Hintergründen der neuen Kooperation mit der Schule. 

Der Snackautomat ist das erste gemeinsame Projekt im Rahmen der sogenannten Schüler Ingenieurs Akademie (SIA). SIA wurde bereits im Jahr 2000 vom Land Baden-Württemberg ins Leben gerufen und war die Antwort auf die Diskussion um den fehlenden Ingenieursnachwuchs. Schulen, Hochschulen und Industrie sollen mit diesem Kooperationsmodell besser vernetzt und das Interesse am Ingenieursberuf geweckt werden.

Am Firstwald Gymnasium Mössingen gibt es die SIA bereits seit einigen Jahren und kommt bei Lehrern wie Schülern sehr gut an. „Die Schüler können zwischen einer Präsentationsprüfung im Abi oder diesem Seminarkurs entscheiden“, erklärt Lehrerin Frauke Dürr. Das Besondere am Seminarkurs sei, dass die Schüler die reale Arbeitswelt im Betrieb kennenlernen und so entscheiden können, ob dieser Beruf für sie interessant wäre. Und: „Die Schüler sollen die gelernte Theorie anwenden lernen, so dass sie einen Sinn im Lernen erkennen können.“ Nun hat ZELTWANGER den Unterricht der etwas anderen Art übernommen.

Eine Gruppe programmiert, die andere ist in der Lehrwerkstatt

Freitagnachmittags hat ZELTWANGER jetzt regelmäßig Besuch von zwei Schülerinnen und acht Schüler der Jahrgangsstufe J1. „Wir haben zwei Gruppen gebildet: Eine Gruppe programmiert, die andere ist in der Lehrwerkstatt“, erläutert Gottschalk den Ablauf. Businessplan schreiben, Bauteile bestellen, programmieren, Schaltplan zeichnen, in der Lehrlingswerkstatt an den Maschinen fräsen und drehen: Die Schüler durchlaufen während des Schuljahrs den kompletten Ablauf einer Produktion. Sie legen überall selbst Hand an, lernen jeden Handgriff des Produktionsablaufes kennen. Angeleitet werden sie dabei vor allem von den Auszubildenden von ZELTWANGER. „Für uns ist es wichtig, dass das die Azubis machen“, sagt Peter Kärcher, Ausbilder bei Zeltwanger. Gemeinsam mit Ulrich Sensbach, Ausbilder in der Mechatronik, steht er den Lehrlingen und Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Im Unterricht können die Azubis zeigen, was sie bereits gelernt haben. „Es macht ihnen Spaß ihr Wissen weiterzugeben, das wirkt sehr motivierend.“ 

„Die Schüler sind engagiert, versuchen alles umzusetzen und bringen einiges fertig.“

Die Schüler wiederum lernen durch die SIA ein Handwerk von Grund auf und unter Realbedingungen kennen. Im Betrieb erhalten sie einen guten Einblick in die Wirklichkeit des Berufslebens. „Die unmittelbare Erfahrung hier ist für die Schüler sehr wichtig, sie hilft bei ihrer Lebensentscheidung“, so Dürr. Die ist für die meisten der Jugendlichen zwar noch nicht endgültig gefallen, aber dass es eventuell Richtung Maschinenbau gehen soll, das können sich zumindest einige bereits vorstellen. „Es geht wohl den meisten so, dass man jetzt noch nicht weiß, was man nach dem Abi genau macht“, sagt Gymnasiast Philipp Speidel. In der SIA bei ZELTWANGER könne man aber schon sehen, wie es in der Wirklichkeit aussehe und die Arbeit an den Maschinen finden alle spannend. „Die Schüler sind engagiert, versuchen alles umzusetzen und bringen einiges fertig“, lobt auch Ausbilder Sensbach.  

Damit hat das SIA-Projekt bei ZELTWANGER bereits einen entscheidenden Punkt erreicht: die Schüler neugierig auf die Branche Maschinenbau machen beziehungsweise die Begeisterung für technische Berufe wecken. Das ist auch wichtig für die hauseigene Nachwuchsarbeit: „Wir wollen erste Kontakte herstellen, so dass die Schüler sich eventuell bei anstehenden Praktika während dem Studium, oder auch bei Interesse an einer Ausbildung bei ZELTWANGER melden“, so Gottschalk.

Von Januar bis März haben die zehn Gymnasiasten nun Zeit, ihr Programm zu schreiben und die Bauteile in der Lehrwerkstatt zu fertigen. Im April werden dann die Einzelteile montiert. Und am Ende des Schuljahres steht der selbst gebaute Snackautomat dann in der Schule. Und er wird sich dort sicher richtig gut machen.